Europaweite Kampagne zur Aufklärung und Information über Kopf-Hals-Tumoren

6. Aktionswoche Kopf-Hals-Tumoren vom 17. bis 21. September 2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

in diesem Jahr initiiert die Europäische Kopf-Hals-Gesellschaft (EHNS) erneut die "Make Sense"-Kampagne, deren Ziel es ist, die Bevölkerung über Kopf-Hals-Krebs aufzuklären und für die Erkrankung zu sensibilisieren. Im Mittelpunkt der diesjährigen Aktionswoche vom 17. bis 21. September 2018 steht Mittwoch der 19. September. Patienten, Angehörige und Interessierte sind eingeladen, sich bei deutschlandweiten Patiententagen über die Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten von Kopf-Hals-Tumoren zu informieren.
Finden Sie auf dieser Website Informationen zu den teilnehmenden Kliniken und zu deren jeweiligem Programm.

Zur Übersicht der teilnehmenden Kliniken

Portrait einer Betroffenen

Grußwort Anke Steinbacher

Kopf-Hals-Awareness-Week? Ich?

Foto Anke Steinbacher

Ich liebe feines Essen. Ob Pizza, Pasta, kreative Superfood-Gerichte oder tolle Nachspeisen und Kuchen. Früher fand ich es normal, alles schmecken zu können. Heute, eineinhalb Jahre nach der Entfernung meines Tumors im Hals, bin ich jeden Tag dankbar, dass ich wieder fast alles schmecken kann. Denn nur eine Zweitmeinung und großes Glück haben mich davor bewahrt, meine Geschmacksnerven zu verlieren.

Als mein Krebs diagnostiziert wurde, empfahl mir der Chefarzt einer großen Universitätsklinik in München als Therapie eine Operation, die vorsah, meinen Kiefer aufzusägen und anschließend eine Strahlentherapie, die die möglichen Rest-Krebszellen beseitigen sollte. Der Arzt machte mir klar, dass dies die einzige Möglichkeit sei, den Tumor sicher und vollständig zu entfernen.

Diese Therapie-Kombination hätte bedeutet, dass ich nahezu alle Geschmacksnerven verliere und eine unübersehbar große Narbe im Gesicht zurückbehalte. Ich war sehr bestürzt und fühlte mich, auch von Seiten der Mediziner, sehr allein gelassen.

Die Strahlentherapie habe ich nie gemacht und mein Kiefer musste auch nicht aufgesägt werden, um den Tumor vollständig zu entfernen.

Dies habe ich der "zweiten Meinung" eines Arztes zu verdanken, den ich mich beinahe nicht anzuschreiben getraut hätte. Ich befürchtete, irgendwie könne es meinen behandelnden Arzt in München verärgern, wenn ich einen Kollegen einer anderen Uni-Klinik befrage.

Nur weil Freunde mir sehr gut zugeredet hatten und ich so sehr gern „mein Gesicht bewahren wollte“, auch wenn es unmöglich schien, schrieb ich eine Mail.

Das war mein Glück. Ich bekam unglaublich schnell einen Termin in der anderen Klinik. Der Professor bestätigte die Diagnose der Kollegen in allen Punkten, schlug jedoch eine Therapiemethode ohne Spaltung des Kiefers vor.

Daraus lernte ich, dass es selbst bei den gleichen Krankheiten sehr viele unterschiedliche Therapiemethoden gibt und dass sich nur sehr wenige Menschen eine zweite Meinung von einem anderen Arzt geben lassen. Weiter lernte ich, dass es, wie bei jedem anderen Beruf, auch bei Ärzten unterschiedliche Meinungen, unterschiedliche Techniken und einen unterschiedlichen Wissensstand gibt.

Das Tolle an Deutschland ist, dass es so ist. Wir haben ein dichtes Netz an Kliniken und sehr viele Spezialisten. Wir sollten dieses Privileg nutzen. Die einfachsten Möglichkeiten sich zu informieren sind die Krankenkassen, die aktuelle Ärzte-Liste von Focus oder Ihr zuständiger niedergelassener Facharzt.

Mein Anliegen als Patin der KOPF-HALS-AWARENESS-WEEK ist, Sie zu bitten, sich nahezu immer eine zweite Meinung einzuholen. In jedem Fall bei großen Eingriffen und, wenn es nach mir geht, auch schon bei mittelgroßen. Und seien Sie der Freund, der die Menschen in Ihrem Umfeld dabei unterstützt, sie vielleicht sogar drängt, dies zu tun.

Der Unterschied kann Leben retten oder wie in meinem Fall, das Gesicht und zusätzlich die Lebensqualität.

Mit freundlichen Grüßen,

Anke Steinbacher

Grußworte Prof. A. Dietz und Prof. J. Hoffmann

Foto Prof. Dr. Andreas Dietz

Nach den bislang erfolgreichen Aktivitäten, aber auch der breiten Zustimmung unter den europäischen HNO-Ärzten, findet auch dieses Jahr auf Initiative der European Head and Neck Society (EHNS) die "Awareness Week" zu Kopf-Hals-Tumoren statt. In dieser Woche durchgeführte Aktionen wie z. B. die Patiententage helfen dabei, die Allgemeinbevölkerung über die Risiken und Schutzmöglichkeiten vor Kopf-Hals-Krebs zu informieren und zur Früherkennung beizutragen.

Foto Univ.-Prof. Dr. Dr. Jürgen Hoffmann

Wir würden uns freuen, wenn sich möglichst viele onkologische Schwerpunktpraxen und auf Kopf-Hals-Tumoren spezialisierte HNO- bzw. MKG-Kliniken auch in diesem Jahr wieder an dieser Aktion beteiligen.

In diesem Sinne verbleiben wir mit herzlichen Grüßen,

Ihr

Prof. Dr. Andreas Dietz
Univ.-Prof. Dr. Dr. Jürgen Hoffmann

Anmeldung Patiententag für Kliniken und
onkologische Schwerpunktpraxen:

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